Chronologie zur Dorfgeschichte
von Felix Bretz

Dem besseren Verständnis der Entwicklung des Ortes mag die Chronologie zur Ortsgeschichte dienen, die wesentliche, mir bis heute bekanntgewordene Ereignisse berücksichtigt, aber jeden Anspruch auf Vollständigkeit zurückweisen muß.

- 1000
Kelten wohnen in unserer Gegend. Der Name Marmagen ist keltischen Ursprungs.

- 600 bis -400
 Germanen, aus dem Norden kommend, verdrängen die Kelten bzw. vermischen sich bis zur Südeifel mit dem keltischen Volksstamm, den Treverern.

- 400
Die jüngere Eisenzeit (Latenezeit) beginnt. Kelten und Germanen suchen und verarbeiten Eisenerz auch in unserem Raum. Die 'Hunsrück-Eifel-Kultur' entsteht. Tote werden in Hügelgräbern beerdigt. In der Jungeisenzeit stellen alle diese Menschen ihr Eisen selbst her. Und immer ist der freie Germane Selbsterzeuger. Der Ort Marmagen liegt auf Erdschichten, die laut geologischer Erkenntnis Roteisenstein enthalten. Im Bereich des heutigen Ortes entstehen Pingenzüge (Buschgasse, Heideweg, Burgstraße, Webergasse u.a) die beim Abbau von Roteisenstein im Tagebau ausgeworfen werden. Eisenschlacke am Trinkpütz, bei Schnichels in Kuhfladengröße läßt Eisenschmelze am Berghang in vorrömischer und frührömischer Zeit vermuten. Gleiches gilt für Schlackenfunde bei Schmahl (ehemals Schmidt), Buschgasse, 16, sowie Schlackenfunde und Rennfeuerreste bei Brünker, Klingelbendchen, die auf frühe Eisenschmelze, möglicherweise schon in der vorrömischen Spätlatenezeit, schließen lassen.

- 55
Cäsar erobert Gallien. Es gibt erste schriftliche Zeugnisse über die Eifelbewohner. Cäsar nennt die Kelten in unserem Raum 'Gallier'. In der Eifel lebt ein Mischvolk aus Kelten und Germanen. Es betreibt Bergbau, Ackerbau und Viehzucht.

- 38
Marcus Vipsanius Agrippa ist römischer Statthalter in Gallien.

- 28
Marcus Vipsanius Agrippa läßt während seines II. Consulats im Marmagener Wald an der Straße von Trier nach Köln einen römischen Meilenstein setzen, der seinen Namen trägt. Der obere Teil des Meilensteines ist "aus Erz gegossen", hat einen Umfang von 6 Fuß und passt genau auf den 'Runden Stein' bei Milzenhäuschen. Die Tatsache, dass der obere Teil aus Erz gegossen ist, ist ein Hinweis darauf, dass im Marmagener Raum in römischer und vorrömischer Zeit Eisenerz verhüttet wird.

                                                 Runder Stein        römischer Meilenstein               
                                                                  Runder Stein                               römischer Meilenstein
- 20 bis - 19
Marcus Vipsanius Agrippa ist neben Kaiser Augustus zweiter Mann im römischen Reich, er lässt während seiner 2. Statthalterschaft in Gallien eine Fernstraße von Südfrankreich über Marcomagus nach Köln und weiter nach Norden anlegen . Siehe: Tabula Peutingeriana!

- 19 bis - 12
Marcus Vipsanius Agrippa, + 12 v.Chr., lässt das römische Reich vermessen und eine Karte anfertigen für eine Säulenhalle auf dem Marsfeld in Rom. In dieser Karte werden die Grundlagen gesehen zu der Tabula Peutingeriana, einer antiken Weltkarte, die nach ihrem letzten Besitzer, dem Augsburger Ratsherren Konrad Peutinger benannt ist. In dieser Karte ist Marcomagus als einziger Ort der gesamten Nordeifel vermerkt. Dass in der Nordeifel bis Köln kein weiterer Ort auf der Tabula Peutingeriana genannt ist, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Cäsar das Gebiet der Eburonen und ihre Wohnorte radikal vernichtet hatte, um sich an diesem Volksstamm zu rächen. Die Eburonen hatten nämlich unter ihrem Fürsten Ambiorix während eines Aufenthalts Cäsars in Rom zwei seiner Legionen überrascht und aufgerieben. Die Orte Belgica (Billig) und Tolbiacum (Zülpich) können  daher nicht zu Agrippas Zeit, sondern erst rund 150 Jahre später nach ihrem Wiederaufbau im Wegeverzeichnis des Antoninus erscheinen.

- 12
Marcus Vipsanius Agrippa stirbt. Sein Name stand auf dem 1590 vom Blankenheimer Grafen im Marmagener Wald gefundenen römischen Meilenstein. Nach der Beschreibung dieses Steines durch Johann Friedrich Schannat vor 300 Jahren passen seine Maße (Umfang und Durchmesser) genau auf den 'Runden Stein' bei Milzenhäuschen. Dieser Stein steht heute noch an einer Stelle, an der in früheren Zeiten eine wichtige Straßenkreuzung gewesen sein muß (siehe 'Preußische Kartenaufnahme-Uraufnahme' von 1846).

augusteisch
- 27 bis.+ 14
Keramikfuß (-Stöpsel) einer römischen Ölamphore aus der Zeit des Kaisers Augustus vor rund 2000 Jahren in der Nähe des Wasserhochbehälters, im Verlauf der Römerstraße Trier-Köln, auf dem Cervusknoppen (gefunden im Jahr1995)

100 bis 200
Römisches Brandgrab bei Gertrud Kraus (Poth), Schleidener Str., (entdeckt 1957).

200 bis 500
Römischer Eisenschmelzofen mit Arbeitsraum bei Erich Mandl, Schleidener Str. (entdeckt 1993) Funde: römische Keramikscherben, Eisenschlacke, römisches Mauerwerk; vermutlich im 10. Jh. weitergenutzt.

im 5. Jh.
Als die Franken den Ort in Besitz nehmen, finden sie Straßen in den Pingenzügen, in denen zur Eisenzeit nach Roteisenstein gegraben worden ist: Buschgasse, Bahn (Am Eiffelplatz), Langsgasse (unterer Teil des "Keltenring"), Heideweg, Klostergasse, Webergasse, Urgasse, Burgstraße (oberer Teil), Kirchgasse (Teil der Kölner Straße entlang der Kirche)

496
Frankenkönig Clodwig (481 -511) läßt sich mit seinen höchsten Würdenträgern taufen. Der Christianisierung des Landes steht nichts mehr im Wege. Das Christentum ist zu einer verbreiteten, staatlich nicht nur geduldeten, sondern geförderten, ja befohlenen religiösen Praxis geworden. (Ternes; Die Römer an Rhein und Mosel)

6. Jh.
Die größten Gebiete der Eifel sind christianisiert.

8.bis 9.Jh.
Marmagen besteht als Pfarrei wahrscheinlich schon zur Zeit Karls des Großen (768 - 814). (Liber valoris, um 1316!)

845
Die aus dem skandinavischen Raum kommenden Normannen (Wickinger) bemächtigen sich in einem beängstigenden Siegeszug Europas. 845 werden Hamburg und Paris erobert, wenige Jahre später Köln, Trier, und Metz (Läpple, Kirchengeschichte).

etwa 920
Der Ritter Sibodo von Hochstaden, Graf von der Aare stiftet das Kloster Steinfeld und gibt ihm Hoheitsrechte über Marmagen, Urft, Wahlen und Wehr.

955
An der Schlacht auf dem Lechfeld, 8.10.955, soll ein Ritter von Marmach teilgenommen haben, der aus Dankbarkeit für seine Errettung in seinem Heimatort Marmagen die Verehrung des hl. Laurentius eingeführt haben soll

10 Jh.
Eisenschmelzofen aus spätrömischer Zeit bei Mandl, Schleidener Str., vermutlich weitergenutzt (Tonscherben aus dem 10 Jh., "Mayener Ware" neben römischer Keramik gefunden.)

1117
In Marmagen entstehen: ein Stadelhof (Heisshof),Maarhof, Großmontjoierhof,Thurnhof (lt. Steininschrift).

1187
Philipp von Heinsberg, Erzbischof von Köln, bestätigt dem Kloster Steinfeld den langjährigen Besitz von Hof und Land im schon zur Römerzeit besiedelten Marmagen (Joester, Steinfelder Urkundenbuch). Über ein Gotteshaus ist in dieser Urkunde nichts gesagt.

12.Jh.
Marmagen wird (in den Erzählungen des hl. Hermann Josef) Marmach genannt, es wird u. a. eine Hildegundis 'Hermann von Marmachs Tochter' erwähnt.

12.bis 13. Jh
Dorfburgen entstehen, burgähnliche, stark befestigte Wohnhäuser, mitten im Dorf oder am Rande eines Dorfes als Wohnsitze des kleinen Adels. (Entstehung der Marmagener Burg?)

1269
Marsilius von Marmagen wird in einem Dokument erwähnt, das auf Streitereien verweist zwischen dem Kloster Steinfeld und einem Conrad von Schleiden.

1282
Hermann von Marmach ist Burgmann in Reifferscheid.

1285
Erwähnt wird in einer Urkunde ein "Coblin von Marmagen" als Freund des Kuno von Bettingen.

1296
Erwähnt wird ein Ritter Heinrich Smeich und Gobelin von Marmach.

1297
Truchseß Conrad von Marmagen, Elz genannt, wird erwähnt mit einem Güterverkauf.

1315
Seit 1315 untersteht den Steinfelder Äbten die Gerichtsbarkeit über die Unterherrschaft Steinfeld des Kölner Kurfürsten, zu der auch Marmagen gehört. Der Steinfelder Hof in Marmagen (ehemals Nagelschmitz, Kölner Straße) dient zeitweilig als Gerichtsgebäude des Klosters.Zu Schöffen sind bestellt:
  um 1523 Symon Sleyrff
  um 1583 Johan Halfman Teylen
  um 1640 Müller-Trenzen
  um 1670 Johannes Schmidt
  um 1677 Wilhelm Schmidt
  um 1700 Heinrich Knoll

um 1316
Marmagen erscheint im 'Liber valoris' als Marmage. Im 'Liber valoris', welches Erzbischof Heinrich II von Virneburg (1304 - 1332) zur Steuererhebung anlegen ließ, ist u.a. Marmage im Eifeldekanat erwähnt.Die Herausgeber des 'Liber valoris', Binterim - Mooren, vermerken ausdrücklich, dass fast alle in demselben genannten Pfarreien wahrscheinlich schon zur Zeit Karls des Großen (768-814) bestanden haben.

um 1415
Lorenz von Marmagen mit Gattin Bele und Sohn Gerhart werden in einem Steinfelder Sterberegister erwähnt.

1433
Der Marmagener Pfarrer Tillmann von Euskirchen bekundet, dass der Junker von Mirbach das Patronat der Kirche hat.

1490
Steinfeld verteidigt seine Hoheitsrechte in Marmagen gegen Wildenburg.

15.bis 16.Jh.
Den Mirbachs auf Burg Arloff gehört das Marmagener Patronatsrecht.

seit 1432.
Eisenindustrie in der Eifel blüht auf. Wälder werden abgeholzt und verwüstet, 1486 beginnt die Holzköhlerei in größerem Umfang.

Anfang 16. Jh.
Einschiffige Marmagener Kirche wird in Stein gebaut als spätgotischer Bau des beginnenden 16. Jh. Er besteht bis zum Jahr 1896. Reste dieses Kirchenbaus sind Chor und heutige Taufkapelle.

1505
Gregorius von Trier gießt die kleinste Kirchenglocke mit dem Ton gis'

1510
Gregorius von Trier gießt die mittlere Kirchenglocke mit dem Ton fis'. Beide Glocken hängen heute noch in unserem Kirchturm. (Die große Glocke, Ton dis', wurde gegossen von der Fa. Mark in Brockscheid im Jahr 1984.)

1513
Dechant Johannes Remelinckhausen, Pfarrer von Marmagen, ist der erste, bekannte Dechant im Eifeldekanat. Er sammelt die Statuten des Eifeldekanats.

1523
Prozeß zwischen dem Kloster Steinfeld und Marmagener Bürgern wegen Landstreitereien und Weiderechten, dabei werden dem Kloster die alleinigen Weiderechte in den Marmagener Wäldern zugesprochen.

1523
Die Orte Steinfeld, Marmagen, Urft und Wahlen gehören zur Steinfelder Unterherrschaft des Kurfürstentums Köln und zum Kurkölnischen Amt Hardt, bis zum Jahr 1794. Der Steinfelder Abt hat Hoheitsrechte in den genannten Orten und übt die Gerichtsbarkeit aus.

1530
Mögliche Entstehungszeit der heutigen Marmagener Burg (Schriftliche Belege fehlen). Siehe deshalb auch 12. bis 13. Jh.!

1540 bis 1582
Prälat Jakob Panhausen von Steinfeld kauft Land in Marmagen. Außerdem erwerben die Klosterherren im Laufe der Zeit fast alle größeren Gutshöfe und Ländereien in Marmagen.

1559
Das Kloster Steinfeld verkauft dem Schultheiß zu Steinfeld seinen Hof zu Marmagen, den es erst 1554 gekauft hatte.

1590/91
Einquartierung Kölnischer Soldaten im Ort Marmagen, daher Streit zwischen dem Kloster Steinfeld und den Grafen von Blankenheim und Wildenburg

1596
Das Patronatsrecht über die Marmagener Kirche gelangt durch Heirat der Katharina von Mirbach mit Conrad von Freymerstorff in den Besitz der Herren von Freymerstorff zu Pützfelt an der Ahr.

1599
'Descriptio rusticorum', eine Güterauflistung für die Einwohner von Marmagen wird angefertigt (HSTAD Kurköln II, Akten 1142, S20-22)

1604
Peter III. Marmagen verstirbt als Abt des Prämonstratenserklosters Arnstein an der Lahn.

1616
Zehntstreit zwischen Abt Christopherus Pilkmann in Steinfeld und dem Pastor von Marmagen Hubrecht von Caster (Churmöden Lägerbuch v. 17o6)

1618 bis 1648
Dreißigjähriger Krieg, ein Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten

1630
Bertram Beyssel von Gymnich, Herr zu Schmidtheim, Amtmann von Steinfeld, schreibt am 11. Nov. 1630 an den Abt von Steinfeld:"Bey meyner jüngsten Hexenexecution seyn ziemlich viel Marmager eingelaufen. Ich werde in Kurzem allhier reyn Arbeit machen und das Ungeziffer ausfegen. Gott sei mit uns."

1631 bis 1638
An Hunger und Pest sterben viele Menschen hierzulande und im benachbarten Prümer Raum.

1632
Graf Johann Arnold von Manderscheid-Blankenheim verlehnt dem Brunnenmeister Conrad Märten von Bamberg das neu begonnene Bergwerk im Petersholz.

1640
Johann Marmagen, gest. 1640, Franziskanermönch, liegt als Wohltäter des Klosters begraben vor dem Altar der ehemaligen Kirche des Collegiatstifts Garden (zwischen Koblenz und Cochem).

1641
Eisenerzabbau bei Marmagen:"In den Jahren 1641 - 1650 wurde die Karre Eisenstein in den Gruben des Klosters Steinfeld bei Marmagen mit rund 3 Gulden bezahlt." (Neu, Eisenindustrie, S.27)

1662
Am 16. März 1662 übernimmt das Kloster Steinfeld das Patronatsrecht der Marmagener Pfarrkirche von Freymerstorff zu Pützfeld mitsamt einem Hof für 2600 Reichsthaler. <Pützfelterhof auf Pützberg?>

1667
Jakob Schmitz, Burghalfen genannt, hat die Marmagener Burg vom Kloster Steinfeld als Lehen.

1676
Valentin Wiedenhaus aus dem Land Braunschweig erhält die Belehnung mit dem Bergwerk Petersholz.

1678
Mathias Thurn ist Pächter der Kirchenmühlen im Seeltal. (Siehe auch 1708!)

1680
Am 10. Januar 1680 wird getauft Wilhelm Heinrich Bönickhausen, ein Ur-Urgroßvater des Eiffelturmerbauers Gustave Eiffel (1832-1923). Wilhelm Heinrichs Vater heißt: Leo Heinrich Bönickhausen. Dieser ist Lehrer und Sacristan in Marmagen und verheiratet mit Güdula Schnorrenberg.

um 1700
Marmagen wird seit 'unvordenklicher' Zeit durch einen Canonikus aus Steinfeld administriert (Schannat/Bärsch, Eiflia sacra).

um 1700
Im Churmöden Lägerbuch von 1706 werden genannt: Steinfelder Höfe in Marmagen:
Steinfelder Burch, Steinfelder Stadelhoff; Steinfelder Hoff von Montjoye, Fürsten der Freyen Hoffe genannt; Steinfelder Hoff
Hofgerechtigkeiten:
-Heinrich Heiss und Tringenhaus Kinder, Hofgerechtigkeit ohne Platz
- Michell Weyler, Hofgerechtigkeit von dem Kalberbenden
- Johannes Schlirfft, Hofgerechtigkeit
<Es waren Höfe mit rechtlich begründeten Befugnissen oder Vorrechten>

nach 1700
Pastor Merian Trimborn (1699-1792) aus Bessenich ist Inspekteur der Steinfelder Erzgruben zu Marmagen.

1706
Erneuertes Marmagr 'Churmöden Lägerbuch', ein Güterverzeichnis des Klosters Steinfeld, wird erstellt von Abt Michael Kuell.(Es wird heute aufbewahrt im Archiv der Gemeinde Nettersheim)

bis 1708
Sohn des Mathias Thurn, Betreiber der Mühlen im Seel, (Siehe 1678!) nennt sich Thurnmüller.Weitere Besitzer der Mühlen nach der Säkularisation (1802) sind: Baales - Möller Chreß - Blümchen (aus Wahlen) - Schlierfft - Zöll

1718
Hausgerechtigkeiten in Marmagen: Kirchgass, Nr. 1 - 23; Auf den Höfen, Nr. 1 - 5; Im Cloister, Nr. 1 - 5; Ahm Brückig, Nr. 1 - 4; Lange Gass, Nr. 1 - 6; Bahn , Nr. 1 - 15; Insgesamt sind es 90 Hausgerechtigkeiten.

1725
Der Steinfelder Abt Michaell Kuell kauft vom Freiherrn Arnold von Metternich dessen zu Marmagen gelegenen Metternicher- oder Thurnhof.

1739
Marmagen ist ein Dorf mit 400 Seelen an der Römerstraße (J.-Fr.-Schannat,+6. März 1739).

1746
Johannes Adams und Catharina Cremers, Eheleute, sind Bewohner der Marmagener Burg; die Inschrift über dem Herd der Burgküche lautet: Laudetur Jesus Christus Joannes Adams + Catharina Cremers Eheleuth Anno 1746, den 31.8. bis . . .

1746
"Ein kurkölnisches Kommando von 30 Mann" rückt mit einigen Fahrzeugen von Zülpich her in Marmagen ein". Die Truppe hat den Auftrag, alte Rechte mit Waffengewalt einzufordern. Der Steinfelder Abt protestiert energisch. Es entsteht ein jahrzehntelanger Rechtsstreit.

1782
Das Kloster Steinfeld erhält im Streit mit dem Kölner Kurfürsten das alleinige Nutzungsrecht an den Marmagener Erzgruben und Marmorbrüchen.

1782
Ein langjähriger Streit der Abtei Steinfeld mit dem Kölner Erzbistum über die Unterherrlichkeit der Abtei in den Dörfern Marmagen, Urft, Wahlen findet durch Vergleich einen Abschluss dahingehend, dass Steinfeld die 'Superiorität' von Köln anerkennt und statt des Zehnten für die Vergangenheit 200, für die Zukunft 1000 Karolin zahlt.

1783
In der Pfarre Marmagen wird ein Verzeichnis der Gläubigen erstellt, unter dem Namen Status animarum Parochia in Marmagen de anno 1783 prima Augusti.
(Nachstehend ein Auszug der Familiennamen aus dem 'Seelen'-Verzeichnis vom 1. August 1783 mit Anzahl der zugehörigen Personen)

Status  animarum Parochia in Marmagen de anno 1783
 prima Augusti (Auszug)

1 Thurmhof: Senftleben-Mottoni, 8 Personen
2.Dormagen-Künn, 7P.                                     3.Thurn-Coentzgen, 4P.
4.Poentzgen-Adams, 8P.                                   5.Lennarz, 1P.
6.Heihs-Poentzgen, 4P.                                     7.Schumacher-Ley, 2P.
8.Rau-Heihs, 7P.                                               9.Maarhof:Hanfels-Nelles, 10P.
10.Muhr-Schmitz, 5P.                                       11.Müsch-Müller, 5P.
12.Schlirf-Heck, 2P.
13.Schmitz-Müsch, 2P.                                     14.Thelen-Schmidt, 5P.
15.Schmid-Diefenbach,9P.                                16.Diefenb.-Thurnmüller,3P.
17.Dormagen-Mengelbier,10P.                         18.Schmid-Picks,7P.
19.Holtzenheuer-Schmid,3P.                             20.Schmid-Ley, 8P.
21.Thurn-Nelles, 9P.                                         22.Thurnmüller-Henn, 12P.
23.Picks-Muhr, 4P.                                           24.Schumacher-Thurn, 4P.
25.Mehren-Reipack, 5P.                                   26.Huff-Thurn, 5P.
27.Kurt-Huff, 8P.                                              28.Heihs-Thurn, 2P.
29.Inadibus Klöckner,0P.                                  30.Heinen-Meyer, 3P.
31.Müsch-Heinen, 10P.                                     32.Thurn-Schmid, 5P.
33.Geuer, 2P.                                                    34.Schlirf-Pütz, 7P.
35.Schmid-Ring,Schmitz, 6P.                             36.Thurn-Müsch, 3P.
37.Renn-Coentzges, 4P.                                    38.Thurnmüller-Schmid, 5P.
39.Renn-Vohsel, 5P.                                          40.Schmid-Ley, 3P.
41.Schumacher, 4P.                                           42.Coentzges-Miltz, 3P.
43.Recker-Krumpen, 5P.                                   44.Theisen-Heihs, 2P.
45.Mertens-Thurnmüller,4P.                               46.Fritz-Becker, 5P.
47.Poentzgen-Rütt, 5P.
48.Krätzerhaus Pötz-Schmid, 4P.
49.Schumacher, 7P.                                           50.Müller, 3P.
51.Inadibus Krumpen,Schmid, 2P.                     52.Schmid, 2P.
53.Thurn, 3P.                                                     54.Schmid-Thurnmüller, 6P.
55.Schmid-Poot, 3P.                                          56.Knoll-Müllers, 7P.
57.Inadibus Lauter,Plöng, 9P.                             58.Rau-Hahn, 7P.
59.Knoll-Miltz, 4P.                                             60.Schmid-Thurn, 8P.
61.Hacks-Thurn, 3P.                                          62.Adams-Müller, 9P.
63.Monjoierhof: Ring-Keihten, 5P.
64.Dieffenbach,Moos-Recker, 6P.
65.Renn, Geschwister, 2P.                                  66 Bretz-Schmid, 6P.
67.Leyendecker-Schmid, 6P.                              68.Piel-Knoll, 3P.
69.Inadibus Heinen-Muhr, 2P.                            70.Heinen-Thurn, 7P.
71.Inadibus Lauter,Leyendecker-Renn; 8P.
72.Vohsel-Ehser, 7P.                                          73.Ehser-Meyers, 3P.
74.Burghof: Schimmel-Becker, 6P.(2 Knechte, 1 Magd)
75.Schumacher-Steinwarz, 6P.                            76.Muhr-Miltz, 6P.
77.Schmid-Biema, 5P.                                         78.Meyer-Webers, 4P.
79.Gerardshof: Lauter-Coentzgen, 7P. (1 Knecht)
80.Beelen, 2P.                                                     81.Thurn-Coentzgen, 5P.
82.Schlirf-Hülters, 5P.                                         83.Heinen-Heihs.Ring, 9P.
84.Heinen-Neumanns, 6P.
85.Dormagen,Sambell-Winter, 5P.
86.Rütt, 2P.                                                         87.Claehsen-Thurn, 5P.
88.Adams-Klein, 9P.                                           89. Inadibus Schmid, 3P.
90.Domus Pastoralis, 6P. (2 Knechte, 3 Mägde)

Insgesamt leben am 1. August 1783 in Marmagen in 90 Häusern 463 Christen.

1783
Die Marmagener Burg wird laut Aufstellung der Steinfelder Höfe am 1.8.1783 Burghof genannt. Bewohner der Burg sind Johannes Schimmel und Anna Margaretha Becker.

1783
Steinfelder Höfe um 1783 sind: 1. Schlierfter Hoff, 2. Gerardshof, 3. Turmhof, 4. Maarhof, 5. Nyringhof 6. Montjoyerhof, 7. Burghof.

1790
Die Steinfelder Hütte (auf dem Gelände des heutigen Hermann-Josef-Hauses in Urft) verhüttet Brauneisenstein und Roteisenstein, gewonnen in den 10 Grubenfeldern von Marmagen.

1794
Die Nachwehen der Französischen Revolution (1789) beenden in der Eifel die Zeit der Leibeigenschaft.

1800 bis 1820
Eisenerzabbau
_________________________________________________________________________
Ort              Gruben             Arbeiter             Jahres-             Preis/10 DZ
                                                                     produktion
Mar./Urft     20-23              65                      10500 dz         9 frs/15 cat



1807
Wwe. Lelievre aus Nancy kauft den Burghof.

1810
Der französische Bergbauexperte M.T. Calmelet besichtigt die Bergwerke der Eifel im Arrondissement Prüm bei Urft, Nettersheim, Marmagen und schreibt: Grubendurchmesser 1,00 - 1,30 m, Tiefe 20 m, 24 m, einige bis 30 m, am unteren Ende 2 oder mehr Gänge, bis zu 12, 15 und 20 m lang. Durchschnittlich arbeiten 2 bis 3 Mann an einem Grubenschacht. Preise werden beim Abtransport an den Gruben gezahlt. Der Erzabbau erfolgt fast nur von November bis Februar von Bauern der umliegenden Orte.

1815
Die Bürgermeisterei Marmagen mit den Orten Urft und Nettersheim wird 'erstellt'.

1816
Joh. Heinrich Virmont bittet um Schürferlaubnis nach Eisenstein in Weilerbusch.

1816/1817
Es war ein Hungerjahr. Bei Marmagen im Wald wird der Kadaver eines erschossenen Wolfes gefunden, nach Hause geschleppt und verzehrt. Wölfe gibt es in den Eifelwäldern bis ins 19. Jahrhundert.

1818
Josef Arth wird Besitzer des Burghofes.

1824
Die Pfarrkirche besitzt im Seel eine Mühle mit Bering.

1827
Matthias Schmidt unterhält eine Eisensteingrube auf Mellbaum.

1828
Ein neues 'Marmagener Lagerbuch' wird angelegt.

1831
Englisches Eisen ist in Köln billiger zu kaufen als das Eisen aus der Eifel.

1832
Peter Renn u. A. unterhalten Eisensteingruben auf: Eisenkaul, Finnschleiden, Sechs Morgen, Wegscheid, Schivelshahn, vor Halbig, Galgenberg, Gräventhal.

1835
Brauneisenstein von Kuckesberg wird nach Oberhausen (bei Schleiden) zur Verhüttung geliefert.

1836
Durch Kabinettsbeschluss wird verboten, in der Eifel Häuser mit Stroh abzudecken. Furchtbare Brände hatten vorher ganze Dörfer zerstört.

1840
Bau des heutigen Pfarrhauses

1845 bis 1847
Notjahre in der Eifel. Viele Eifelbewohner wandern aus nach Amerika.

1849
Ausbau der Landstraße, L 204, von Wallenthal-Urft-Marmagen vorbei an Milzenhäuschen nach Schmidtheim. Bis zu diesem Zeitpunkt führt die Straße von Marmagen nach Schmidtheim am 'Runden Stein' vorbei.

um 1850
Marmagen verwandelt sich vom ehemaligen Gruben- und Bauerndorf in ein lebendiges Handwerkerdorf, dessen Bauleute bis heute weit und breit bekannt, gesucht und willkommen sind.

1852
Marmagen ist ein Kirchdorf mit 90 Häusern und einer Bevölkerung von 485 Seelen sowie Hauptort einer Bürgermeisterei, zu der noch die Gemeinden Nettersheim, Schmidtheim und Urft gehören.

1863
Johann Michael Thurmüller ist Eigentümer eines Grundstücks mit Resten einer alten Mühle zwischen Marmagener Bach und Wissberg.

1868
Niedergang der Eisenindustrie in der Eifel. Marmagen entwickelt sich bis ins 20. Jahrhundert zum sogenannten Handwerkerdorf.

1868 bis 1870
Bau der Eisenbahn von Kall nach Gerolstein. Nach den ersten Bauplänen soll die Bahnlinie von Urft durchs Gillesbachtal, westlich an Marmagen vorbei durchs Marmagener-Bach-Tal nach Schmidtheim führen. Spätere PLäne führen zum heutigen Schienenverlauf.

Okt. 1883
Bei Vellerhof, im Raum Blankenheim wird ein Wolf geschossen, weitere Wölfe werden gesichtet.

1883
Die Jünkerather Gewerkschaft läßt das ehemalige Eisenhüttenwerk Steinfeld, 5 Minuten vom Bahnhof Urft an der Straße nach Marmagen gelegen, öffentlich versteigern.

1884
Marmagen wird postalisch von Urft versorgt. Postzusteller Josef Milz holt die Post am Urfter Bahnhof ab und bringt sie nach Marmagen zur Poststelle Schumacher.

1884
Im Februar wird Holz aus dem Gemeindewald Marmagen verkauft. "Der Förster Müller, Marmagen (Post Urft) erteilt nähere Auskunft im Locale des Wirtes Schmidt-Thurmüller".

um 1884
Bau der heutigen Landstraße, L 205, zwischen Marmagen und Nettersheim, sieben Jahre später:Bau der Kreisstraße Marmagen Wahlen.

1889
Weg von Marmagen nach Stritterhof wird ausgebaut.

1896
Kirchenvergrößerung, altes Hauptschiff wird bis auf Chor und heutige Taufkapelle abgerissen; Hauptschiff und zwei Seitenschiffe werden neugebaut nach Plänen des Kölner Architekten Eduard Endler.

1897
Die Gemeinden Marmagen und Nettersheim kaufen eine Walze zum Festwalzen der Wegbefestigungen.

1899
In Marmagen wird ein Spar- und Darlehnskassenverein gegründet und in das Genossenschaftsregister eingetragen.

1903
Anpflanzung von Obstbäumen an der Straße Marmagen-Nettersheim vom Rat beschlossen.

1905
Ein Attentat wird auf Pfarrer Kremers verübt, der sich für die Flurbereinigung in Marmagen eingesetzt hat.

1905 bis 1910
Eine Zusammenlegung (Flurbereinigung) wird in der Gemarkung Marmagen durchgeführt. Danach ist der Einsatz von Mähmaschinen in der Flur möglich.

1910
Die im Jahre 1907 für den Ort beschlossene Wasserleitung wird fertiggestellt. Der Ortsteil Bahrhaus wird wegen zu hoher Kosten vorerst nicht angeschlossen.

1910
Marmagen wird mit elektrischem Strom versorgt.

1911
Der Ort Marmagen ist mit Einquartierung von Soldaten überlastet. (Manöver vor dem 1. Weltkrieg)

1911
Die Gemeinde Marmagen stellt 7600 Mark bereit für den Ausbau des Niederspannungsnetzes im Ort.

1912 bis 1913
Das Niederspanungsnetz im Ort wird ausgebaut, auch Bahrhaus wird an das Stromnetz angeschlossen. Elektrische Motoren treiben Dreschkasten, Kreissägen und andere Maschinen.

1914
Auf Hollebich, etwa 1000 m östlich von Marmagen, an der alten Straße von Marmagen nach Nettersheim, auf dem Feld von Peter Tönnes finden Arbeiter in einer Tiefe von 30 cm ein rundes Holzgefäß mit etwa 300 römischen Münzen.

1914 bis 1918
Erster Weltkrieg, in dem 22 Marmagener Soldaten ihr Leben lassen müssen.

1919
Tod des unvergeßlichen Pfarrers und Ortsschulinspektors Kremers

1919
Mathias Esser wird Gemeindevorsteher in Marmagen

1920
Pfarrer Josef Mockel wird Seelsorger in Marmagen.

1922
Auf der Bahn (heute: Am Eiffelplatz) wird die Bekiesung der Römerstraße entdeckt.

1923
Im Brückisch (heute: Nettersheimer Str.) wird bei Handarbeiten die Römerstraße gesichtet.

1923
Inflation (Geldentwertung), 1 Billion Papiermark hat den Wert von einer Goldmark.
 

1923
Kirchenerweiterung, Neubau des baufälligen Kirchturms und Vergrößerung um 2 Joche nach hinten als 'Notstandsarbeit' (ABM) für die Marmagener Bauhandwerker, die 1923 großenteils arbeitslos sind.

1924
Am südlichen Ortsrand (heute: Kapellenstraße, bei Marticke) wird die Römerstraße in einer Tiefe von 1,10 m gefunden.

1926
Lehrer Wilhelm Schumacher tritt in den Ruhestand, nachdem er 42,5 Jahre Lehrer in Marmagen gewesen ist.

1926
Josef Schumacher wird Schulleiter in Marmagen.

1927
Für das Feuerlöschwesen wird ein Steigerturm in der 'Scheidemannsallee' (heute: oberer Keltenring) gebaut.

1930
Bau des alten Sportplatzes vor dem Sträßchen

1930
Pfarrer Mockel entdeckt hinter der Kirche ein Gefäß mit römischen Münzen.

1933
Adolf Hitler übernimmt die Macht im Deutschen Reich.

1933
Die Verwaltungen der Bürgermeisterei Marmagen und der Bürgermeisterei Kronenburg werden bei der Amtsverwaltung in Schmidtheim vereinigt.

1933
Richard Burtscheid wird Gemeindevorsteher in Marmagen, im Jahre 1934 darf er sich Gemeindeschulze nennen und ab 1935 Bürgermeister von Marmagen

1939
Beginn des 2. Weltkrieges
Bedingt durch diesen Krieg müssen 62 Einwohner unseres Ortes ihr Leben lassen, entweder an der Front oder in der Heimat.

1942
Nach einem nächtlichen Bombenangriff auf die Stadt Köln lässt ein feindliches Flugzeug, das von deutschen Jagdflugzeugen bedrängt wird, seine Bomben über Marmagen fallen. Sie gehen in der Schützenstraße nieder und verursachen erheblichen Schaden an den Häusern Ignaz Schröder und Lorenz Zalfen. Ein Bombensplitter durchschlägt am Hause Franz Bretz, Nippes, 150 Meter neben dem Bombeneinschlag, einen Fensterrahmen, eine Innentür und zwei Innenwände. Auf diesem Weg streift er die linke Schläfe der erschrocken aus dem Bett aufgesprungenen Frau Anna Bretz. Sie kommt mit einer Schürfwunde und dem Schrecken davon. Danach verbringen viele Marmagener Familien halbe Nächte in Luftschutzkellern, bis sich die Lage nach Monaten beruhigt hat.

1944
Am ersten Weihnachtstag, während der Rundstett-Offensive in den Ardennen, bombardieren amerikanische Bombergeschwader viele, mit deutschen Soldaten belegte Dörfer in der Eifel. Die Nachbardörfer Wahlen und Zingsheim brennen lichterloh, als gegen Mittag ein Geschwader Brand- und Sprengbomben über Marmagen abwirft. Die Bombardierung ist wohl im falschen Augenblick befohlen; die Bomben fallen südlich des Ortes ins Feld bzw. in den Wald. Noch heute danken wir Marmagener unserm Schöpfer für die Errettung des Dorfes im Gottesdienst jedes ersten Weihnachtstages.

1945
Am 6.3.45 um 18 Uhr wird der Helm des Kirchturms von einem Artilleriegeschoß getroffen. Er legt sich horizontal auf das Mauerwerk des Turmes. Danach ist im Mai das Ende dieses furchtbaren Krieges.

1946
Hubert Schmidt, Landsgasse, heute: Keltenring, wird Bürgermeister von Marmagen.

1947
Die 1. Motorspritze für die Freiwillige Feuerwehr wird angeschafft.

1948
Anton Schröder wird Bürgermeister in Marmagen.

1948
Die Poststelle wird im Hotel Eifeler Hof untergebracht und bleibt dort bis zum Jahre 1998 . Vorher versahen Josef Klaßen, Klostergasse, heute: Kölner Straße (Quelle), und im letzten Weltkrieg Paula Pönsgen, Am Trinkpütz, den Posthalterdienst.

1949/50
Neubau des Feuerwehrgerätehauses 'Auf dem Nippes'

1950
Lehrer Mittelstädt wird Schulleiter.

1950
Der Ort Marmagen wird kanalisiert.

1950
Die Kanalisierung des Ortes wird im Herbst mit der Verlegung restlicher Nebenanschlüsse beendet.

1950
Das Ortsstromnetz wird für 10000 DM an die Kreisenergieversorgung verkauft.

1950
Mit Hilfe eines Zuschusses der Zivilgemeinde wird das Kirchendach erneuert und eine neue Kirchturmspitze aufgesetzt.

1951
Ein Postbus verbindet Marmagen erstmalig durch eine öffentliche Verkehrseinrichtung mit dem Netz der Deutschen Bundesbahn, den Bahnhöfen Urft und Blankenheim-Wald. Der Bus wird im neu erstellten Feuerwehrgerätehaus untergestellt.

1953
Der Ortsteil Bahrhaus wird an das zentrale Wasserversorgungsnetz der Gemeinde Marmagen angeschlossen.

1954
Schulneubau im Brückig, heute: Nettersheimer Straße

1954
Erich Froitzheim wird als neuer Pfarrer in Marmagen eingeführt, nachdem Dechant Beckschäfer im Jahr 1953 und dessen Nachfolger Mathias Winzen im Jahr 1954 verstorben waren.

1954
Bau einer zentralen Kirchenheizung an St. Laurentius.

1954
Der Gemeinderat beschließt die Führung eines Marmagener Gemeindewappens. Obere Hälfte: ein linkshin gerichteter schwarzer Gitterrost im Silberfeld, untere Hälfte: drei goldene Lilien, 2:1 in blauem Feld (Das obere Feld zeigt ein Attribut des Ortspatrons Laurentius, den Gitterrost; das untere Feld zeigt Attribute des hl. Potentinus von Steinfeld, drei Lilien.)

1954
Eröffnung der Pfarrlichtspiele Marmagen

1955/56
Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten in der Kirche: Abbau von Hochaltar (außer Altartisch) und Seitenaltären, Bau der jetzigen Sakristei (Die alte Sakristei wird zur Taufkapelle), Kommunionbank Predigtstuhl, Orgelempore aus Holz und die Bilder zum Kreuzweg werden entfernt. Deckengemälde werden weiß überstrichen, und in den 60er Jahren werden 320 gut gepolsterte Stühle an Stelle bis dahin vorhandener Holzbänke eingestellt.

1957
Beim Aushub der Baugrube zum Bau des Hauses von Gertrud Poth (Kraus) in der Schleidener Straße wird ein römisches Brandgrab entdeckt mit dickbauchigem Tongefäß, Tonscherben und Leichenbrandsplittern.

1958/59
Unsere Kirche St. Laurentius erhält eine neue Orgel mit 24 Registern von der Fa. Klais, Bonn.

1959/60
Bau der Turnhalle durch die Kirchengemeinde, sie wird von der Schule und der Sportjugend zur Körperertüchtigung, daneben von der Kirchengemeinde als Kinosaal genutzt.

1961
Alois Maus wird nach der Gemeinderatswahl neuer Bürgermeister der Gemeinde Marmagen.

1962
Der Gemeinderat beschließt, die Kriegstotengedenkstätte auf dem Friedhof, hinten, rechts neu anzulegen.

1963
Einleitung des zweiten Flurbereinigungsverfahrens für die Gemarkung Marmagen in diesem Jahrhundert.

1963
Straßen und Wege innerhalb der Ortslage werden, wegen des ständig zunehmenden Straßenverkehrs durch motorisierte Fahrzeuge, im Flurbereinigungsverfahren auf eine Breite von 8 Metern ausgewiesen.

1964
Nach der Gemeinderatswahl wird Felix Bretz einstimmig zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Marmagen gewählt.

1965
Der Gemeinderat erörtert erstmalig die Anlage eines Gemeindeplatzes als Kirmesplatz,Parkplatz und Platz für öffentliche Veranstaltungen (heute: Eiffelplatz)

Januar 1965
Die Trinkwasserversorgung des Ortes Marmagen ist häufig nicht gewährleistet.Ein großer Teil der Leitungen des Ortsnetzes muß saniert werden. Die Gebühren decken nur einen geringen Teil der erforderlichen Ausgaben. Dennoch kann sich die Mehrheit des Rates nicht für die Anschaffung von Wasseruhren entscheiden.

November 1965
Der Gemeinderat beschließt, die Wasserversorgung des Ortes Marmagen dem Wasserverband Oleftal in Hellenthal zu übertragen, ab 1. Januar 1966.

April 1965
Um eine geregelte Abfallbeseitigung zu gewährleisten, wird die staubfreie Müllabfuhr zur Deponie nach Mechernich eingeführt.

1965/66
Bau des Ehrenmals auf dem Friedhof im Zusammenhang mit der Kriegsgräberanlage und Setzen des neuen Friedhofskreuzes aus Eiche mit Bronzekorpus

1966
Der Rat beschließt, einen neuen Sportplatz in der Nähe der Schule bauen zu lassen.

1966
Zur Förderung des Fremdenverkehrs soll lt. Ratsbeschluß im Marmagener-Bach-Tal, westlich des Märtesberges ein 'Kahnweiher' angelegt werden. (heute: Hermann-Löns-Teich, er wurde in den 70er Jahren gebaut)

1967
Der Bürgermeister wird vom Gemeinderat ermächtigt mit Grundstückseigentümern auf dem Mühlenberg Verhandlungen zu führen, damit die Gemeinde Marmagen Eigentümerin der, zum Bau eines Sanatoriums benötigten Grundstücke wird.

1967/68
Bau der Hermann-Josef-Kapelle an unserer Kirche. Sie wird als Leichenhalle für alle Bewohner des Ortes genutzt.

1968
Die Gemeinde Marmagen schließt mit der Interessengemeinschaft Eifelsanatorium, Köln, einen Vorvertrag ab zwecks Übereignung einer Parzelle auf dem Mühlenberg, 91000 m² zum Bau eines Sanatoriums.

1968
Die Gemeinde Marmagen erfährt vom Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich, dass ein Ur-Urgroßvater Gustave Eiffels, Erbauer des Eiffelturms in Paris, aus Marmagen stammt.

5.9.68
Vertreter der Gemeinden Marmagen, Nettersheim und des Schulverbandes Zingsheim einigen sich darauf, bei der Schulreform der kommunalen Neugliederung
- eine Hauptschule für die neue Gemeinde in Nettersheim zu errichten,
- eine Grundschule für die Orte Marmagen und Nettersheim in Marmagen und
- eine Grundschule für die Orte des bisherigen Amtes Zingsheim in Zingsheim zu unterhalten.

1969
Bürgermeister Felix Bretz unterschreibt den notariellen Vertrag mit der Kölner Ärztegemeinschaft, vertreten durch Dr.Rainer Vosen aus Köln-Ehrenfeld, zur Übereignung des Grundstücks auf dem Mühlenberg einerseits, und zum Bau eines Sanatoriums andererseits.

1969
Der Eiffelplatz wird gebaut, nachdem vorher drei Häuser (Klaßen, Etten, Metzgerei Thurn) abgerissen werden mußten.
 

Musikpavillon  auf dem Eiffelplatz
                                                                                                      Musikpavillon auf dem Eiffelplatz
1969
Kommunale Neugliederung
Der Ort Marmagen verliert seine Selbstständigkeit als Gemeinde und bildet mit 10 weiteren Orten :
Bouderath, Buir, Engelgau, Frohngau, Holzmülheim, Nettersheim, Pesch, Roderath, Tondorf und Zingsheim die neue Gemeinde Nettersheim.

1969
Rudolf Bretz wird Ortswart in Marmagen

seit 1970
Mathias Maus und Ehefrau Margarete, geb. Thurmüller sind Besitzer der Marmagener Burg.

1975
Inbetriebnahme der Eifelhöhenklinik mit 300 Betten und ebensoviel Beschäftigten nach mehrjähriger Bauzeit. Die Klinik wird in zwei weiteren Bauabschnitten auf 45o Betten erweitert.

1979
Oswald Pönsgen wird Ortswart in Marmagen

1980
Pfarrer Erich Froitzheim tritt in den Ruhestand, nach 26 jährigem Wirken in Marmagen.

seit 1980
Pfarrer Wolfgang Frisch übernimmt die Seelsorge im Ort, wegen allgemeinen Priestermangels später auch in Engelgau bzw. Frohngau.

1984
Der seit 20 Jahren beabsichtigte 'Kahnweiher' unterhalb Märtesberg, am Hermann-Löns-Weg gelegen, wird als Feuchtbiotop dem Ort Marmagen übergeben. Er ist zwischenzeitlich als Hermann-Löns-Teich bekannt.

1984
Die Marmagener Kirche erhält eine dritte Glocke mit dem Schlagton dis' (neben den Glocken aus 1505 und 1510), sie wird bei Mark in Brockscheid gegossen. Beim Glockenläuten entsteht ein 'Terzquartakkord' (Te-Deum-Motiv): dis',fis',gis'.

1988Sg
Am Ostgiebel der 'Alten Schule' in Marmagen wird in einem Sgraffito hingewiesen auf das hohe Alter des Ortes Marmagen.

1989
Vom Seminar für Alte Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn wird mitgeteilt:"...Es kann nach Ihren Ausführungen nicht zweifelhaft sein, dass Ihr Heimatort 2000 Jahre alt, wahrscheinlich aber sogar älter ist. Denn im latinisierten Ortsnamen Marcomagus scheint nicht nur der zweite Bestandteil, sondern auch der erste keltisch zu sein..."

1988/89
Restaurierung der 'Alten Schule' im Ortskern durch die Pfarrgemeinde und Einrichtung als Begegnungsstätte für die Pfarrgemeinde und die Ortsvereine

1989
Anlage des Mühlenweihers im Seel (Marmagener-Bach-Tal) als 2. Feuchtbiotop neben dem bereits vorhandenen 'Hermann-Löns-Teich', der ursprünglich als Kahnweiher gedacht war.

1992/93
Erweiterung der Grundschule Marmagen um 4 Klassen

1992/93
Bau eines Kindergartens im Pfarrgarten durch die Kirchengemeinde

1993
Bau der Kapelle neben der Eifelhöhenklinik

1993
Eisenschlackenfund mit Schmelzofenresten und röm. Mauerwerk bei Erich Mandl, Schleidener Straße. Gefundene Keramikscherben weisen sowohl in die spätrömische Zeit als auch in das 10. Jahrhundert.

1994
Eisenschlackenfund 'Am Trinkpütz' bei Schnichels weist auf Grund des Eisengehaltes in vorrömische bzw. frührömische Zeit.

1995
Adolf Poth wird Ortsvorsteher in Marmagen.

1995
Keramikfuß  einer römischen Ölamphore aus der Zeit des Kaisers Augustus, gefunden in der Nähe des Wasserhochbehälters im Verlauf des östlichen Armes der durch Marmagen führenden Römerstraße.

1998
Die Poststelle, jetzt Postagentur, wird im Geschenkehaus Rütz, gegenüber der Kirche untergebracht.

1999
Anhand von zwei Straßenkarten des 19. Jahrhunderts (Preußische Kartenaufnahme-Uraufnahme von 1846 und sogenannte Tranchotkarte von 1803-1833) wird festgestellt, dass die frühere direkte Verbindungsstraße von Marmagen nach Schmidtheim und Jünkerath am 'Runden Stein' , 400 Meter östlich von Milzenhäuschen vorbeiführte.

1999
Johannes Schröder wird Ortsvorsteher in Marmagen

2000
Marmagen ist ein Dorf mit 520 Häusern und 1700 Einwohnern. Daneben beherbergt die Eifelhöhenklinik über 300 Patienten, sie hat ebensoviel Beschäftigte. Marmagen ist seit 1993 staatlich anerkannter Erholungsort und wartet auf seine Anerkennung als Luftkurort.

2006
im November wird der Ort Marmagen im Rahmen des Landeswettbewerbs "Unser  Dorf hat Zukunft" mit der die Sibermedaille ausgezeichnet.



Literaturhinweis: Zur 2000-Jahr-Feier des Dorfes Marmagen ist erschienen das Buch Marmagen 2000, eine Chronik mit Bildern zur Dorfgeschichte, Umfang: 190 Seiten, zum Preis von EUR 16.50. Aus einem kleinen Restbestand sind noch Exemplare zu erwerben bei: Felix Bretz, Auf dem Nippes 10, 53947 Marmagen-Eifel, T. u. Fax: 02486-379.
Seit  Beginn des Jahres 2006 ist das Buch vergriffen. Eine Neuauflage ist zunächst nicht vorgesehen. Sein Inhalt kann aber eingesehen werden beim RLM Bonn, Kreisarchiv Euskirchen, beim Historischen Institut der Uni Bonn sowie verschiedenen Schul- und Hochschulbibliotheken.

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